Grundsatz 4: Falsch ist, was schadet bzw, nicht zum Ziel führt!
Individuelle Zieltechniken müssen sich zwar an den Grundmerkmalen der jeweiligen Technik, einem Technikleitbild, orientieren. Trotzdem können sich die Zieltechniken verschiedener Sportler deutlich voneinander unterscheiden. Diese Bandbreite möglicher Bewegungsausführungen muss bei einer Beurteilung berücksichtigt werden: Falsch ist eine Bewegung erst dann, wenn sie dem Sportler (auf Dauer) schadet oder wenn sie den Sportler seine Ziele nicht erreichen lässt.
Hier einige Beispiele für die schwierige Unterscheidung von „richtig“ und „falsch“:
Beispiel 1:
Wenn ein Nordic Walker zu früh im Lern- bzw. Trainingsprozess sehr große Schritte macht, kann er sich muskulär überfordern und es kann eine zu hohe Gelenkbelastung entstehen. Die Bewegungsausführung wäre somit „falsch“. Bei besserem Trainingszustand und kräftigerer Muskulatur kann der größere Schritt dagegen durchaus sinnvoll, also „richtig“ sein.
Beispiel 2:
Wer Nordic Walking unter dem Aspekt „Verbesserung des Fitnesszustands“ betreibt, macht nichts falsch, wenn er auf das Öffnen und Schließen der Hände verzichtet. „Falsch“ wird das andauernde Offenlassen der Hände erst dann, wenn der Sportler ganz gezielt die Durchblutung der Unterarmmuskulatur fördern, bzw. die Unterarmmuskulatur zusätzlich kräftigen möchte.
Beispiel 3:
Arm-Stockarbeit aus dem Ellenbogengelenk (statt aus dem Schultergelenk) ist „falsch“, wenn das Trainingsziel „Ganzkörpertraining“ und „Rückentraining“ heißt. Arm-Stockarbeit aus dem Ellenbogengelenk ist „richtig“, wenn das Trainingsziel „Trizepstraining“ heißt.
Jeder Nordic Walker sollte beachten:
- Bei gesundheitlichen Problemen ist die Bewegungsausführung entsprechend anzupassen.
- Ein angenehmes Bewegungsempfinden ist wichtiger als ein objektiv optimaler Bewegungsablauf.
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