Jack Wolfskin Snow Cruiser Texapore Men
Mit -11°C habe ich heute die idealen Bedingungen zum Testen. Naja, ein bisschen mehr Schnee hätte es schon sein können, aber das wird nachgeholt. Der Jack Wolfskin Snow Cruiser Texapore Men ist ein Winterstiefel, dessen Einsatzgebiet von winterlichen Touren bis zu Höhenlagen der Alpen reicht. Soweit die Theorie. Ich selbst komme vom mittleren Rennsteig und bin mit Schnee daher bestens vertraut, kenne also auch die Nachteile von unpassendem Schuhwerk. Schnee, der über den Schaft eintritt, Kälte, die zum Grauen wird und Nässe, die durchdringt.
Daher wurde der Test entsprechend dieser Eigenschaften aufgebaut. Wichtigstes Merkmal ist der Umgang mit Wärme. Bereits von außen fällt das große Volumen des Schuhs auf. Bei einem genaueren Blick fällt auf, dass das Inlay die erste Wärmeschutzschicht bildet. Das ist sogar rausnehmbar. Darunter befindet sich ein eigenes Fußbett, eine dicke Wärmeschicht und eine flexible Struktur, die sich an das Bein anpasst. So sitzt es gut und weder Nähte noch Druckstellen fördern die Bildung von Blasen. Ein anderer Vorteil ist, dass das Innenfutter waschbar ist.
Info TEXAPORE Es ist ein Multifunktionsmaterial, welches aus mehreren Lagen besteht und an verschiedene Witterungsbedingungen angepasst ist. So ist es wasserdicht, lässt keinen Wind durch, aber sorgt dennoch für Atmungsaktivität. Die Gitterstruktur lässt die großen Wassertropfen nicht durch, aber die feinen Tröpfchen aus dem Schuhinneren können passieren.
Laufverhalten Deutlich wird hier einmal mehr, dass Freud und Leid eng zusammen liegen und Physik einfach gnadenlos ist. Das Volumen zum Wärmeschutz braucht eben auch eine passende Sohle und die ist dann naturgemäß deutlich länger als normal. Damit habe ich erstmal eine schöne große Lauffläche (SNOW STAR-Winter-Hikingsohle) und viel Platz für Noppen und Kerben in der Sohlenstruktur. Bei Neuschnee sinke ich auch nicht ganz soweit ein. Im Test hatte ich leider nur so 5-10cm, aber da bin ich extrem stabil gelaufen, ohne dabei das Gefühl zu bekommen wegzurutschen. Schnell habe ich Vertrauen in die Laufeigenschaften gefasst und das machte es schon recht angenehm. Auf Eis wurde es dann rutschig, aber im Verhältnis zu normalen Schuhen lief man doch etwas besser. Bei Touren dann lieber Spikeaufsätze mitnehmen. Aber die lange Sohle schafft auch Probleme, denn mit dem Abrollverhalten unterwegs ist das dann so eine Sache. Aber diese ist dafür umso wichtiger, weil man ermüdungsfreier läuft. Ich war also durchaus skeptisch. Das legte sich aber schnell bei den ersten Schritten und ich habe sehr auf das Laufverhalten geachtet und hier mal eine Grafik dazu entwickelt. Vom Gefühl her läuft man wie auf einem schmalen Oval, wobei der Drehpunkt beim Mittelfuß sitzt (siehe grüne Fläche) und sich nach oben wölbt. An der Sohle dann die Spiegelung mit einer ganz leichten Wölbung nach unten, eben gerade so, dass man die Auflagefläche und Sohleneigenschaften nicht unterbricht. Ein Hauch, könnte man sagen. Hier wird die Physik im wahrsten Sinne gebeugt, um das Gefühl des Abrollens zu bekommen.
Bringt diese Simulation nun etwas? Ich finde: Ja, und zwar deutlich. Denn nichts wäre schlimmer als dieses Getapse. Ich bin auch nach mehreren Kilometern gelaufen wie beim ersten und es gibt weder diese erhöhten Belastungsspitzen noch die befürchteten Ermüdungserscheinungen. Ich lief in jeder Beziehung sehr angenehm und schön warm war es ja auch ;)
Textilkennzeichnung: Fazit
TesturteilMit 130 € ein sehr preiswerter Schuh, wenn man bedenkt, mit welchen Eigenschaften und welcher Verarbeitung dieser angeboten wird. Nimmt man dann noch die guten Laufeigenschaften dazu, sind diese Winter-Outdoorstiefel wärmsten zu empfehlen.
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