Kondition und Ausrüstung alleine reichen bei diesem Wanderevent nicht. Etwas Glück gehört auch dazu, eine der begehrten 444 Startkarten zu erhalten. Dank der guten Organisation und den Wandergastgebern hat sich diese Veranstaltung zum Kult entwickelt. Aber selbst als Zuschauer und Mitwanderer kommt man auf seine Kosten.
Es ist eine Herausforderung – und was für eine. Es ist der Kampf gegen die Strecke und die Müdigkeit bei Nacht. Was tagsüber noch mit traumhaften Aussichten beginnt wird mit dem Sonnenuntergang ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Die Augenlider werden schwer, der Körper mag nicht mehr, jeder Schritt auf dem dunklen Weg ist eine kleine Gefahr. Einzig das Licht der Stirnlampen und die Gespräche mit anderen Wanderfreunden bringen etwas Aufmunterung.
Schaut man auf den letzten Metern vor dem Ziel in die Gesichter der Wanderer, dann sind sie zwar erschöpft aber dennoch überglücklich. Wie ein Bergsteiger der die Spitze erreicht hat. Ich habe 2011 im Frankenwald und später zum Wanderfestival Bilder gemacht und werden diese Eindrücke nicht vergessen. Es ist unbeschreiblich diese Glücksgefühle hautnah zu erleben und dann wird einem auch klar, warum die Startkarten so schnell vergriffen sind.
Was macht dieses Wanderevent so einzigartig?
Es ist anders und wie in einem Team versucht jeder sich zu motivieren und überträgt das auch auf die anderen. Es schweißt zusammen und dazu kommen die vielen schönen Eindrücke. Dafür tun die Veranstalter aber auch eine ganze Menge.
Die 24 Stunden von Bayern sind auch eine Herausforderung für das Material
Besonders Wanderschuhe und Wanderstrümpfe sind das A und O einer solchen Tour. Niemand möchte eine Blase bekommen, umknicken oder wegrutschen. Besonders Nachts muss man sich intuitiv auf seine Schuhe verlassen können. Da hat jeder seine Tricks und Hausmittelchen. Neben eingelaufen Schuhen empfiehlt es sich auch 2lagige Wanderstrümpfe zu nutzen. Die verhindern Reibung die zu Blasen führt.
Aber auch die Bekleidung muss zu einem solchen Wanderevent passen. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht können beträchtlich sein. Dennoch nicht zu viel mitnehmen, das muss alles getragen werden.
Rückblicke der vergangenen „24 Stunden von Bayern“
2009 fanden die 24 Stunden von Bayern im Oberpfälzer Wald statt und es gab 300 Startkarten. Eigentlich zu wenig. Aber dieses Event soll keine Massenwanderung sein, sondern ein Erlebnis in der Natur bieten. Die Gastregionen zeigen sich dabei von der schönsten Seite und dazu gehören auch einheimische Produkte und Highlights. Das bietet unterwegs auch viel Kurzweil und Gesprächsstoff.
Die Wanderfreunde waren des Lobes voll und 2010 war die erste gute Nachricht, dass es 444 Startkarten geben wird. Diese wurden am 4.4 um 4:44 Uhr über das Internet verkauft und waren nach nur 18 Minuten weg. Austragungsort war der „Bayrische Wald“ und wieder wurden den Gästen ein gelungenes Event geboten.
2011 hat der Frankenwald die Bewerbung gewonnen. Wieder gab es 444 Startkarten die am 4.4. um 4:44 Uhr verlost wurden. Diesmal dauerte es nur 7 Minuten bis sie verkauft waren und das sorgte bei Einigen für eine große Enttäuschung. Aber als Zuschauer konnten die Wanderer ja eine Strecke oder Teile mitwandern. So machten wir das auch um ein paar schöne Bilder des Events zu erhalten. Die Tour durch das Höllental war ein wahrer Traum und wurde mit kleinen Überraschungen abgerundet. Da gab es den wilden Mann, den Teufel, die kulinarische Meile und viele schöne Motive, die wir fotografieren konnten. Unterwegs fanden sich viele Gelegenheiten mit anderen Wanderfreunden zu sprechen und die waren ebenso begeistert wie wir. Das fing bereits am Start an. Dort präsentierten sich die Sponsoren, Touristiker und einheimische Anbieter. Es gab außerdem jede Menge Infomaterial und Tipps zu Wanderschuhen. Innerhalb weniger Minuten hatten wir alles zusammen und konnten die Tour starten. Die Ausschilderung war perfekt und besonders bei den Nachtstrecken extrem dicht. Verlaufen war eigentlich nicht möglich. So konnten wir uns ganz auf die Natur und Aussichten konzentrieren. Wiesen, Hügel und Schluchten waren unsere Wegbegleiter.
Nachts sind wir dann zur Köhlerschau gefahren um dort Bilder zu machen. Die wurde extra für die 24 Stunden Wanderung aufgebaut und diente gleichzeitig als Versorgungspunkt. Wir gingen ein Stück des Weges mit und machten weitere Bilder. Aber man sah den Wanderern den Tagesmarsch schon etwas an. Würden sie durchhalten?
Am nächsten morgen war ich ganz früh am Ziel und sah die ersten Wanderer ankommen. Glücklich und voller Emotionen waren diese Momente, denn alle waren geschafft und hatten es geschafft. Danach gab es noch ein zünftiges Frühstück.
Fazit: Die Teilnahme als Besucher ist ebenfalls empfehlenswert.
2012 wird das Event in Inzell / Berchtesgaden stattfinden.
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